Nach der Lesestunde bei Vita Magica Heidelberg drei zufriedene Gesichter:
Wolfgang Vater, Autor – Wolfgang Hampel, Vita Magica Gründer – Friedrich von Hoheneichen, Saxophon
Geboren 1933 in Mannheim.1952 Kunstakademie Düsseldorf. Schüler von
Ewald Mataré, Bruno Goller und Zoltan Szekessy.1954 Gewinner des
Athenpreises. Kunstakademie Athen. Schüler von Christos Kapralos. Danach
ein Jahr Reisen in Griechenland. 1956 bis 1961 lebt er in Kamerun
Kongo, Kenia und Madagaskar. 1962 erneut in Griechenland. 1964 bis 1965
als Kunsterzieher in USA tätig. 1967 bis 1969 als Emailleur in
Kopenhagen. Seit 1970 wieder in Deutschland. Lebt als freischaffender Maler und Bildhauer auf dem Kohlhof. 1999 Gewinner des
Willibald-Kramm-Preises.
Zahlreiche Ausstellungen im In-und Ausland. „Es gibt kaum eine Technik, mit der ich nicht arbeite. Immer entdecke ich etwas neues. Endlos ist die Ausdruckweise in der Kunst. Man müsste ewig leben können!“
„more vita“
1933 am 5.2.wird Pieter Michael Sohl, Sohn von Ruth und Will Sohl, als ältester von fünf Geschwistern in Mannheim geboren. Er lernt schon
als Kleinkind vom Vater zu malen, der ihm gestattet, gelegentlich an
einer Ecke der großen Bilder mitzumalen. 1939-52 Schulzeit in Heidelberg, in der Freizeit intensive sportliche
Betätigung- Hockey, Stabhochsprung, Tennis- und Beschäftigung mit
Pflanzen Tieren. 1952-54 Studium der Bildhauerei und Aktzeichnen an der Kunstakademie
Düsseldorf bei den Professoren Ewald Mataré(1887-1965), Bruno
Goller(1901-1998) und Zoltan Székessy(1899-1968). Daneben
Bühnenbildstudium bei Walter von Wekus. 1954 Gewinner des Athen-Preises. 1952 Schüler des international bekannten Bildhauers Christos Kapralos
(geb. 1909) an der Kunstakademie in Athen. Dort große Arbeiten in
Marmor. Anschließend Rundreisen im Land, u.a. eine vier Wochen lange
Wanderung über den Athosberg und auf Inseln der Ägäis und der Kykladen,
anschließend längere Aufenthalte auf Mykonos und Rhodos in der Regierung
zur Verfügung gestellten Ateliers mit eigenem Esel und Haushälterin. 1956-61 Nach einem längeren Aufenthalt in Paris Reisen auf den Spuren
der Elfenbein- und Maskenschnitzer in Kamerun und Kongo. Um diese zu
finanzieren, arbeitet Sohl als Aussteuer-Vertreter in den damaligen
französischen Kolonien. Später beteiligt er sich für eine amerikanische
Firma am Fang von Elefanten, Gorillas und Schimpansen für Zoos und ist
nebenbei Kameramann bei Filmaufnahmen für „Racine du Ciel“ im Grasland
des nördlichen Kamerun. Mit Michael Grzimek beobachtet er
Tierwanderungen über der Serengeti. Später fängt er Leemuren auf
Madagaskar und durchreist dabei die Insel. 1962 Stipendium des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen
Industrie, das ihm einen Studienaufenthalt auf Kreta ermöglicht. Dabei
entstehen Freundschaften mit den Schriftstellern Alfred Perles, Henry
Miller, Lawrence Durell und Charles Haldemann bis an deren Lebensende;
auch kommt es zu intensiven Begegnungen mit Coco Chanel und Charles
Henri Ford. 1964-65 Reise in die USA. Dort eindrucksvolle persönliche Begegnungen
mit den Künstlern Andy Warhol in seinem Loft in New York und mit Syl
Labrot, mit dem er in dessen Atelier in Connecticut zusammenarbeitet.
Außerdem lehrt er als Kunsterzieher in der berühmte privaten Windward
School für begabte medikamentenabhängige Kinder in Scarsdale/N.Y. USA. 1966-68 Aufenthalt in Skandinavien, u.a. Design für Silbergerät und
Emaillearbeiten für die führenden Silberschmiede Dänemarks, Georg
Jensen, A. Michelsen und Hans Hansen. In Kopenhagen lernt er seine Frau
Birgit kennen, die er 1970 heiratet. 1968 Rückkehr nach Heidelberg als freischaffender Maler und Bildhauer. 1979 Übersiedlung auf den Kohlhof hoch über Heidelbergs Süden. Zahlreiche Studienreisen zusammen mit seiner Frau in die U.S.A., nach
Kenia, Tansania, Südafrika, Namibia, Simbabwe, Sri Lanka, Spanien,
Italien, Frankreich, Griechenland und Skandinavien. In der Bildhauerei Arbeiten in Stein, Holz, Beton und Bronze; viele
Aufträge für Kunst am Bau, unter anderem große Glasfenster, Holzreliefs,
Beton- und Bronzeplastiken. Der vom Vater geprägte starke Drang zur Farbigkeit schlägt sich
nieder nicht nur in farbig gefassten Skulpturen, sondern auch in
intensiver Malerei mit Aquarell-, Öl- und Acrylfarben. Angeregt schon durch den Vater und durch die Schwester Sibylle, die
Balletttänzerin war, entwickelt Pieter Sohl auch eine starke Beziehung
zum Ballett. 1995 Durch die Freundschaft mit dem Ballettmeister Philippe Talard
vom National Theater Mannheim kommt es zu einer befruchtenden
Zusammenarbeit bei der Gestaltung der Tanzrevue „Der Böse Mann“ nach
einem Märchen von Will Sohl für Pieter Sohl als Kind. Viele Besuche im
Ballettsaal beeinflussen seine Arbeiten. 1999 wird Pieter Sohl der Willibald-Kramm-Preis der Stadt Heidelberg verliehen.
Der Künstler Pieter Sohl – ein Zugvogel wider Willen. Der von den Vögeln
das Fliegen lernte, um sich aus dem engen Neckartal aufzuschwingen und
freizufliegen. Der Wäschevertreter auf Madagaskar, Tierfänger in Afrika,
Lehrer in den USA war. Der keiner Verrücktheit aus dem Weg ging,
Schicksalsschlägen seinen Optimismus entgegensetzte. Der immer seiner
Kunst verpflichtet blieb, weil ein Künstler verrückt, doch nie
Schattenmensch sein darf.